Die akute Erkrankung ist glücklicherweise überstanden. Trotzdem können Erschöpfung, Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen, Übelkeit, Atemnot oder Beklemmung, Ängste und Depression, Geruchs- und Geschmacksstörungen einige Tage bis Wochen auch nach einem leichten und moderaten Verlauf der Erkrankung durch das Corona-Virus Sars-CoV-2 anhalten.

Von fortwährender Symptomatik spricht man, bei Symptomen, die auch nach vier Wochen nach Infektion weiter fortbestehen. Mit „Post-Covid“ bezeichnet man Symptome oder Störungen, die mindetens 3 Monate nach der akuten Infektion bestehen oder neu auftreten. Alle Symptome die länger als 4 Wochen fortbestehen werden laut der Definition der WHO als „Long-Covid“ bezeichnet.

Solche Phänomene sind bekanntermaßen auch bei anderen Infektionen wie durch den Grippe-Virus („Long-Flu“) oder dem Epstein-Barr-Virus und anderen Viren bekannt. Es wird ebenfalls ein Zusammenhang zwischen „Long Covid“ und dem Epstein-Barr-Virus diskutiert. https://www.eurekalert.org/news-releases/612727

Neben der Nachsorge durch die konventionelle Medizin, bietet auch die Naturheilkunde Möglichkeiten damit umzugehen. Davon möchte ich Einige hier vorstellen.

Pflanzenheilkunde

Pflanzliche Heilmittel und Ernährung können einen wertvollen Beitrag zur Gesundung leisten. Bitte sprechen Sie die Einnahme mit Ihrem/Ihrer TherapeutIn oder ApotherkerIn ab, um unerwünschte Arzneimittel-Wirkungen zu vermeiden.

  • Ginseng ist ein altes Stärkungsmittel aus der chinesischen Medizin. Sie können 3-mal täglich 15 Tropfen mit etwas warmen Wasser einnehmen. (maximal 6 Wochen)
  • Chinesische Kraftsuppen stärken bei Erschöpfung und unterstützen in der Rekonvaleszenz. Sie enthalten Pflanzen, wie Angelika-Wurzel (Engelwurz), Ginseng oder Liebstöckel. Bei organischer Beteiligung der Nieren bitte kein Liebstöckel verwenden, da sich das Nierengewebe bei eingeschränkter Nierenfunktion entzünden kann Die Kraftsuppen werden von einigen Apotheken, zum Beispiel von der Zieten-Apotheke in Berlin hergestellt. https://www.zietenapotheke.de/kataloge-und-flyer.html?file=tl_files/zieten/Downloads/zieten-apotheke-kraftsuppen.pdf
  • Eisen in pflanzlicher oder in mineralischer Form ist sinnvoll, vor allem wenn der Hämoglobin Wert unter dem Normalwert ist oder sich an der unteren Grenze bewegt. Hier habe ich gute Erfahrungen mit herbaria blutquick oder LaVita gemacht oder in mineralischer Form Schindele‘ s Mineralien.

Auf dieser Webseite hat eine Gruppe von unterschiedlichen Fachärzten und Pharmazeuten viele wertvolle Informationen zur naturheilkundlichen Begleitung von Covid-19 zusammengetragen, die auch für den Umgang mit Rest-Sytmpomen hilfreich sein können https://covid-19-vorbeugen-und-behandeln.de/.

Homöopathie

Globuli und Literatur

Bei verbliebenen Rest-Symptomen der Erkrankung (z.B. Übelkeit und Schwäche) kann Homöopathie sehr hilfreich sein, damit die Erkrankung vollständig bewältigt werden kann. Hier gibt es, je nach Symptomatik, viele verschiedene Arzneimittel. Hier gebe ich Ihnen eine kleinen Einblick in häufige Mittel. Eine Selbstbehandliung ist nicht empfohlen. Die individuelle Auswahl der Mittel und die Dosierung sollte ihr/e HomöopathIn treffen und die Behandlung begleiten. Vereinbaren Sie gerne einen Termin.

Gelsemium

  • Zentrale Themen: Erschöpfung, Lähmung und Schwäche. Charakteristisch ist neben lähmungsartiger Schwäche Betroffenheit des zentralen Nervensystems mit großer Nervosität, Zittern und nervöser Schwäche.
  • Beim Versuch sich zu bewegen, versagen die Muskeln den Dienst; schwindlig, benommen, Mangel an Koordination der Muskeln. Wie betrunken.
  • Große Mattigkeit; allgemeine Müdigkeit. Große Erschöpfung des ganzen Muskelapparates. Schwäche lähmungsartig.
  • Große Schwere der Augenlider; … kann sie nicht offen halten.
  • Kopfschmerz meistens in Stirn und Schläfen. Schmerzen im Kopf, über den Augen und quer über die Stirn. Gefühl von Schwere und Druck im Kopf. Schmerzen im Kopf ständig, dumpf, betäubend und drückend.

Arsenicum album

  • Zentrale Themen: Große Schwäche, auch verbunden mit Angst und Ruhelosigkeit.
  • Gedanken an Krankheit. Angst vor dem Tod und der Unheilbarkeit seiner Beschwerden. Angst, Unruhe und Ungeduld. Reizbare Empfindlichkeit.
  • Große Unruhe und Erschöpfung. Große Müdigkeit und Schwäche. Äußerste Erschöpfung; allgemein schnelles Sinken der Kräfte. Hochgradige Erschöpfung und schnelle Abmagerung. Schnelle und gänzliche Erschöpfung.
  • Benommenheit und Schwindel. Kopschmerzen.
  • Gefühl, als ob sie im oberen Teil beider Lungen ein Gewicht hätte. Brustenge, wie mit einem Reifen umspannt. Zusammenschnürung der Brust, mit großer Angst und Unruhe, abends. Brennen oder Gefühl wie wund und roh. Zusammenschnürung der Brust, mit großer Angst und Beklemmung in der Magengrube. Zusammenschnürung der Brust, beim Ersteigen einer Anhöhe.

Phosphorus

  • Zentrale Themen: Schwäche und Irritierbarkeit des Nervensystems.
  • Überempfindlichkeit aller Sinne; überempfindlich gegen äußere Eindrücke, Licht, Gerüche, Geräusche, Berührung usw. Taubheit des ganzen Körpers, begleitet von einem Gefühl des Stechens wie von Nadeln.
  • Große Mattigkeit und Abneigung gegen Bewegung; Schwere im ganzen Körper. Große Müdigkeit; Erschöpfung; erschöpft nach einem Spaziergang; auffallend schwach und niedergeschlagen. Schwäche so groß, daß der Patient(in) kaum sprechen konnte; allgemeine nervöse Erschöpfung; unaussprechliche Schwere des ganzen Körpers, so daß jede Bewegung schwierig und unangenehm war; wollte im Bett bleiben und scheute Bewegung.
  • Neigung einen tiefen Atemzug zu tun. Beklemmung und Angst in der Brust, agg. abends und morgens. çç Atmung: sehr stark beengt, kurz; behindert von schnellem Gehen; Klagte über Luftmangel, obwohl sie häufig einen tiefen Atemzug tat. Atemnot mit Unfähigkeit sich anzustrengen; sehr große Erschöpfung. Krampfartiges Zusammenschnüren der Brust. Atembeschwerden, die Brust fühlt sich voll und schwer an mit Spannung.

Pulsatilla

  • Schwere des ganzen Körpers; Neigung zum Strecken. Sehr große Müdigkeit von einem kurzen Spaziergang. Schwäche des ganzen Körpers; er muß sich hinlegen. Zittrige Schwäche. Je länger er am Morgen liegt, um so schwächer wird er und um so stärker ist der Wunsch zu liegen und wieder einzuschlafen. Mattigkeit, Erschöpfung und Verlangen zu gähnen. Träge, möchte ständig liegen oder sitzen. Müdes, verbrauchtes Gefühl.
  • Ängstliches zittriges Gefühl in den Gliedern; Schwäche, Müdigkeit und Schwere.
  • Kopfschmerz am Abend.
  • Eingebildete Gerüche. Schnupfen: mit Geruchs- und Geschmacksverlust

Quellen: Hering C., Leitsymptome unserer Materia Medica

Shiatsu

Gerade in Phasen tiefer Erschöpfung oder starker körperlicher Symptome wie Atemnot oder Beklemmungsgefühl, kann Shiatsu helfen, wieder zu Kräften zu kommen. Es kann ein neuer Raum für die Atmung entstehen. Tiefe Entspannung unterstützt den Organismus während der Regeneration.

Hier kommt der Behandlung der Organbereiche von Niere und Lunge besondere Bedeutung zu. Die Meridiane Lunge und Niere, Ren-Mai (Konzeptionsgefäß) oder auch der Blasen-Meridian und Du-Mai (Lenkergefäß) sind oft wichtige Elemente während der Behandlung.

Eine erlebte starke Erkrankung oder auch körperliche Erschöpfung, kann bei einigen Menschen Ängste oder Depressionen auslösen. Diese können sich auch in Phasen der Erholung immer wieder zeigen. Die Meridiane von Niere, Herz und Herz-Kreislauf können bei Ängsten hilfreich sein.

Das Element Erde, mit den Meridianen Milz und Magen kann der Stabilisierung dienen und die Milz, als Element des Blutes und des Immunsystems, aber auch emotional als Ort der Geborgenheit kann eine wunderbare Komponente in der Behandlung sein.

Das Immunsystem selbst kann auch durch die Stärkung des sogenannten Wei-Qi (Oberflächenabwehrkräfte) kann in der weiteren Behandlung von Lunge und Nieren gestärkt werden.

Tiefe Entspannung unterstützt den Organismus während der Regeneration.

Erfahren Sie hier mehr zu Shiatsu.

Fürsorge

Gerade jetzt ist eine ausgewogene und gesunde Ernährung wichtig. Mit leichten Übungen z.B. aus Qi-Gong und Yoga oder Yoga-Atmung (Pranayama) können Sie Ihr Wohlbefinden stärken. Erlaubt ist was immer gut tut. Wenn sie sich noch schwach fühlen, holen Sie sich neben medizinischer Betreuung, Hilfe von Freunden und Familie. Geben Sie sich die Zeit, die Sie brauchen.

Nachsorge

Himmel, Erde und Meer

Nach überstandener Covid-19-Erkrankung sind Sie optimalerweise weiterhin durch die konventionelle Medizin betreut. Ihre Hausärztin oder ihr Hausarzt sorgt dafür, dass bei länger bestehenden Beschwerden oder anhaltender Schwächung des Allgemeinzustands, die Lungenfunktion, Herzfunktion und auch bestimmte Laborwerte z.B. von Leber und Nieren kontrolliert werden. Ist Ihr Allgemeinzustand noch deutlich geschwächt, ist eine anschließende Rehabilitations-Kur empfohlen. Ihre Ärztin oder ihren Arzt unterstützt Sie sicher gerne bei der Beantragung.

Bis dahin betreue ich sie gerne ambulant in der Praxis mit Shiatsu, Pflanzenheilkunde oder Homöopathie. Zur Terminvereinbarung rufen Sie mich gerne an oder schreiben Sie eine E-Mail – Kontakt & Anfahrt. Einige Krankenkassen, private Zusatzversicherungen oder die Beamten-Beihilfe beteiligen sich teils an naturheilkundliche Behandlungen durch HeilpraktikerInnen. Erkundigen Sie sich gerne bei Ihrer Krankenkasse.

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