Die Herstellung homöopathischer Arzneimittel (Homöopathika)

Homöopathie, Globuli, Kamille und MörserHomöopathika sind nach gesetzlicher Vorschrift hergestellte Arzneimittel (HAB – homöopathisches Arzneibuch). Die Rohstoffe aus dem Pflanzen-, Tier- oder Mineralreich, aber auch Tiergifte oder speziell aufbereiteten Krankheitsprodukte (Nosoden) werden zuerst in einer Urtinktur, einer Lösung oder einer Verreibung (Trituration) vorbereitet. Im nächsten Schritt wird diese Ausgangssubstanz weiter verdünnt oder verrieben und mittels eines Verschüttelungsverfahrens in einem bestimmten Mischungsverhältnis verarbeitet. Dieses Verfahren wird Potenzierung genannt. Homöopathische Arzneimittel sind in Deutschland und der EU apothekenpflichtig und bei vielen Privat- und Zusatzkrankenversicherungen oder durch die Beamtenbeihilfe erstattungsfähig.

Prinzip der Homöopathie – Das Ähnlichkeitsprinzip

Das grundlegende Prinzip der Klassischen Homöopathie ist das sogenannte „Ähnlichkeitsprinzip“. Es wurde erstmalig von dem Arzt Dr. Samuel Friedrich Hahnemann entdeckt und formuliert. Es besagt, dass die Symptome, die durch eine Arznei beim Gesunden verursacht werden können, durch diese auch geheilt werden können. Weiteres zur Entdeckung und zur Forschung erfahren Sie hier.

Beispiele: Beim Zwiebeln schneiden bekommen wir tränende Augen und eine „laufende Nase“ mit wässrigem Schnupfen. Allium cepa, das homöopathische Arzneimittel der Zwiebel, wird daher oft bei Heuschnupfen verwendet, der sich so zeigt. Wenn Sie einen Kaffee trinken, werden Sie fröhlicher und wacher. So schließen wir Homöopathen empirisch aufgrund von Erfahrung (Empirik) daraus, dass das homöopathisch zubereitete Arzneimittel Coffea auch bei ähnlichen Zuständen gut wirken kann, beispielsweise bei Schlaflosigkeit verbunden mit Aufregung. Weitere Anwendungsgebiete aus der Praxis finden Sie hier oder speziell für Kinder, hier.

Jede Erkrankung hat ein charakteristisches Bild. Aber auch jeder Mensch ist erlebt seine Erkrankung etwas anders als jemand Anderer mit der gleichen Erkrankung. Es gibt in der klassischen Homöopathie keine Mittel für bestimmte Erkrankungen, sondern nur eine individuelle Verschreibung.

Die Auswahl und Verschreibung von Homöopathika

Sie können sich das Prinzip der Verschreibung anhand von folgendem weiteren Beispiel vorstellen.

Typisch sind halb-seitiger Kopfschmerz, Übelkeit, Lichtempfindlichkeit und Besserung durch Ruhe. Jeder Mensch kann „seine“ Migräne aber anders empfinden. Wie genau sind die Schmerzen, eher stechend, drückend oder pulsierend? Bessert frische Luft oder Wärme, gibt es begleitende Sehstörungen oder besondere Wahrnehmungen? Diese individuell verschiedenen Ausprägungen können ein unterschiedliches homöopathisches Arzneimittel erfordern. Die Aufgabe des Homöopathen / der Homöopathin ist es nun das Arzneimittel zu finden, das dem Menschen in dem Gesamtbild seiner Erkrankung am Besten ähnelt. Dazu ist in der homöopathischen Praxis eine genaue Befragung verschiedener Symptome und Zeichen erforderlich. Hier erhalten Sie weitere Informationen zum Ablauf der Behandlung.